Leitstelle zeigt noch Kinderkrankheiten
Posted by admin on 3rd November 2009
Zwei Monate Betrieb mit 180 Störungen
Harrislee
Zwei Monate nach Start der Kooperativen Regionalleitstelle in Harrislee hat der kommunale Teil, zuständig für Feuerwehr und Rettungsdienst, gestern erste Zahlen und Erfahrungswerte veröffentlicht.
Auf den Tag genau zwei Monate lag gestern der Start der Leitstelle in Harrislee zurück, zuständig für Flensburg, den Kreis Schleswig-Flensburg und Nordfriesland. Über 13 000 Einsätze wurden bisher von dort aus disponiert – manchmal mit Schwierigkeiten, wie Uwe Rühl als Leiter des kommunalen Teils, einräumte. Rund 180 Störungen wurden seit dem Start notiert – und zumeist umgehend behoben.
Dennoch treten bei der Behebung von Fehlern in der technischen Anlage manchmal Verzögerungen auf – aus Verwaltungsgründen. „Wir sind quasi hier nur Mieter im Gebäude und der Technik der Polizei“, verdeutlichte Rühl. „Daher müssen wir ein Störungsprotokoll erstellen, dieses nach Kiel zum Landespolizeiamt übermitteln – von dort wird dann die Herstellerfirma der Leitstellentechnik mit der Störungsbeseitigung beauftragt. Dies macht es besonders in der Startphase etwas schwierig.“
Von größeren Störungen oder gar Ausfällen sei das bundesweite Vorzeige-Projekt bisher verschont geblieben – und die Leistungsfähigkeit der Leitstelle habe sich in den vergangenen acht Wochen beinahe täglich erheblich gesteigert. Mittlerweile werden 94 Prozent aller Notrufe (September: 81 Prozent) innerhalb von 20 Sekunden angenommen – „unser Ziel ist aber, diesen Prozentsatz innerhalb von zehn Sekunden anzunehmen“, kündigte Uwe Rühl an. Anrufer, die in der Warteschleife landen, hören die Warte-Ansage auf Deutsch, Dänisch und Englisch. Im Oktober habe kein Hilfesuchender länger als eine Minute auf die Annahme seines Anrufes warten müssen.
Bis zur hundertprozentigen Leistungsfähigkeit der Rettungsleitstelle gibt Uwe Rühl der Technik und den Mitarbeitern noch etwas Zeit. „Ich denke, spätestens in einem Jahr stehen wir bei 100 Prozent“. Momentan läuft die Fehlerbehebung und Ursachenanalyse für jedes auftretende Problem auf Hochtouren. 60 Prozent der Fehler seien Datenpannen, 25 Prozent entstanden durch Fehler im Einsatzleitsystem und der Technik und weitere 15 Prozent durch Fehlbedienungen.
Jochen Barckmann als Bürgermeister und Verbandsvorsteher lobte den Einsatz des Personals in den letzten Wochen – „ohne dieses Engagement wären wir heute nicht annähernd so weit“.
„Insgesamt sind wir erfolgreich gestartet, auch wenn wir manchmal in Windeseile den Zauberstab auspacken mussten – dadurch wurde aber kein Einsatz verzögert und kein Hilfeersuchen vernachlässigt“, resümierte Rühl.
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